Glossar der Wirtschaftslehre / Fachbegriffe der Wirtschaft

Knappheit der Güter:
öffentliche Güter + private Güter
-> Ein öffentliches Gut unterscheidet sich von einem privaten Gut durch 2 Kennzeichen:
  1. Nicht-Rivalität im Konsum (d.h. die Nutzung eines öffentlichen Guts durch ein Inividuum) ver- bzw. behindert nicht den Konsum eines weiteren Individuums
  2. Nicht-Geltung des (Markt)Ausschlussprinzips d.h. über den Preismechanismus kann kein Individuum von der Nutzung eines öffentliches Guts ausgeschlossen werden, auch wenn dieses nicht bereit ist, einen Beitrag zur Erhaltung / Erstellung dieses Guts zu leisten.
Anreize:
Wirkungen von ökonomischen und politischen Maßnahmen, die Verhaltensweisen nicht verbindlich vorschreiben, sondern gesellschaftlich erwünschte Verhaltenweisen durch die Gewährung von (primären, sozialen, zeitlichen) Vorteil belohnen bzw . unerwünschte Verhaltensweisen micht der Belegung von Nachteilen bestrafen.
(Opportunitäts)kosten / Alternativkosten:
Die Auswahl aus verschiedenen Handlungsalternativen ist unter Knappheitsbedingungen mit Opportunitätskosten verbunden. Sie bestehen aus dem entgangenen Nuten der nicht realsten, nächstbesten Alternative, auf die man verzichten muss, wenn man sich nicht für eine bestimmte Mittelverwendung / Handlungsmöglichkeit entschieden hat.
Nutzen:
Zentrales Maß für die Bedürfnisbefriedigung, die ein Individuum aus dem Konsum eines Guts zieht. Maßgebend ist hierfür allein die Einschätzung aus Einzelnen hinsichtlich der Eignung eines Guts zur Befriedigung eines subjektiven Bedürfnisses
Grenznutzen:
Der Wert eines Guts hängt von jenem Nutzen ab, den die letzte Einheit eines konsumierten bzw. verwendeten Guts stiftet, dem sog. Grenznutzen.
Das erste Gossensche Gesetz:
Der Grenznutzen eines Guts verringert sich mit zunehmend zur Verfügung stehender bzw. konsumierter Menge des Guts.
Bedürfnis:
Subjektives Empfinden eines Mangels Unbefriedigte Bedürfnisse gelten als Trieb des menschlichen Handelns.
Maslowische Bedürfnispyramide
Die Maslowsche Bedürfnispyramide
Bedarf:
Mit Kaufkraft bewertete Bedürfniskonkretistierungen
Rationalität:
Ist ein Mittel des Individuums, seine Ziele möglichst "kostenünstig" (pekuniär, zeitliche Kosten, physische K., soziale K.) zu erreichen. Dieses Verhalten ist identlisch mit dem ökonomischen Prinzip (Wirtschaftlichkeitspinzip). Als einen allgemeinen Grundstz menschlicher Vernunft, der besagt, dass mit gegebenen Mitteln ein höchstmöglicher Nutzen bzw. ein bestimmter Nutzen mit geringstmöglichem Mitteleinsatz (Minimalprinzip) erreicht werden soll.
Restriktionen:
Beschränkungen des Handlungsspielraums, denen sich Individuen bei der Realisierung ihrer Präferenzen gegenübersehen.
Präferenzen:
Subjektive Wünsche, Motive und Ziele eines Individuums in einer Entscheidungssituation.
soziale bzw. externe Kosten:
Die bei der Produktion oder Verbrauch entstehenden Kosten , die nicht vom Verursacher, sondern von anderen Personen bzw. der Allgemeinhiet getragen und nicht im Marktpreis berücksichtigt werden. (z.B. Bodenbelastung, Lärm, Luftverscfhmutzung)
(negative) externe Effekte (Wirkungen):
Wirkungen ökonomischer Aktivitäten auf unbeteiligte Dritte, die nicht über die Märkte abgegolten werden. Externe Effekte führen zu Fehlallokationen (Fehlsteuerung) der Märkte: Verlagern z.B. Produzenten / Konsumenten einen Teil der Handlungsfolgen (=Kosten!) ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten auf unbeteiligte Dritte (=negative externe Effekte), so sind deren Kosten systematisch zu gering.
Trittbrettfahrerposition:
Im Zusammenhang mit der Problematik öffentlicher Güter auftretender Anreiz, eine Leistung in Anspruch zu nehmen, ohne sich an den Kosten einer Bereitstellung zu beteiligen. Aus der Sicht des Individuums ist die Einnahme der Trittbrettfahrerposition vorteilhaft. Daher besteht für jeden Nachfrager ein systematischer Anreiz, von sich aus an den öffentlichen Gütern mitzuprofitieren, die Kosten für deren Bereitstellung aber zu meiden.
Produktionsmittel:
Alle Mittel, die zur Herstellung eines Produkts nötig sind (z.B. Maschinen, Transportmittel, ... ) Produktionsfaktoren: Arbeit, Kapital, Boden
Produktivität:
Verhältnis zwischen der mengen- oder wertmäßigen Produktionsmenge (Output) und der Faktoreinsatzmenge
d.h. Produktivität = Produktergebnis (output) / Faktoreinsatzmenge (input)
Arbeitsproduktivität:
Mit ihrer Berechnung kann die Wirkung der Arbeitsteilung deutlich gemacht werden. Dabei wird das Produktionsergebnis nur auf den Faktor Arbeit bezogen
d.h. Arbeitsproduktivität = Produktionsergebnis (output) / Arbeitseinsatz
Outsourcing:
Eine Konzentration auf das Kerngeschäft, Spezialisierung. Teile werden von anderen Firmen übernommen.
Ordnungspolititk:
Festlegung der Rahmenbedingungen der Wirtschaftsordnung , d.h. die rechtliche Ausgestaltung der EIgentums-, Markt-, Wettbewerbs-, Unternehmens-, Geld-, Finanz-, Außeenwirtschafts- und Sozialordnung.
Stabilitätsgesetz - Das magische Viereck:
Vollbeschäftigung - Preisstabilität
stetiges und angemessenes Wachstum - Außenwirtschaftliches Gleichgewicht
Es ist nicht möglich, alle 4 Ziele gleichzeitig zu erlangen
Ordnungsrahmen der freien Marktwirtschaft:
siehe Kopie M3
Kaufvertrag:
Ein Kaufvertrag kommt dadurch zustande, dass sich Käufer und Verkäufer über den Kaufgegenstand und den Kaufpreis einig werden. Der Verkäufer ist verpflichtet, den Kaufgegenstand abzunehmen und dem Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen.
Geschäftsfähigkeit
Dazu unterscheidet das BGB (bürgerliches Gesetzbuch) drei Altersgruppen
  1. Geschäftsunfähigkeit (Minderjährige unter 7 Jahren); von ihnen getätigte Kaufaktionen sind unwirksam.
  2. beschränkt geschäftsfähig: (7-18 Jahre; "Taschengeldparagraph")
  3. Geschäftsfähigkeit (ab 18 Jahre)
Rechtsfähigkeit:
Sie ist die Fähigkeit, Rechte und Pflichten zu haben. §1 BGB Die Rechtsfähigkeit des Menschen beginnt mit der Vollendung der Geburt.
Haushalt, Unternehmen:
siehe Buch S.76 M8
Nachfragekurve:
Die individuelle Nachfragekurve in Form der Preis-Konsum-Kurve zeigt, wieviele Mengeneinheiten eines Gutes ein Haushalt jeweils bei unterschiedlichen Preisen dieses Guts in einer bestimmten Zeiteinheit nachzufragen plant. Die geplanten Nachhfragemengen entsprechen den Gütermengen, mit denen der Haushalt bei den jeweiligen Preisen sein Nutzenmaximum erzielt. Die normale Nachfragekurve in Form der Preis-Konsum-Kurve hat eine negative Steigung ("Gesetz der Nachfrage"). Je höher der Preis, umso geringer die geplante Nachfragemenge. Es ergibt sich die spezielle Nachfragefunktion in Form der Preis-Konsum-Funktion X1 = f(P1) .
Preiselastizität:
Die Preiselastizität der Nachfrage ist das Verhältnis zwischen der prozentualen Veränderung der nachgefragten Menge eines Guts zur prozentualen Preisänderung dieses Guts. Sie gibt an, um wieviel Prozent sich die Nachgefragte Menge ändert, wenn sich der Preis des Guts um 1% ändert.
Man unterscheidet zwischen einer elastischen Reaktion (EL&mt;1) und einer unelastischen Reaktion (EL<1).
Fixkosten: (=fixe Kosten)
Sie ändern sich bei einer Änderung der Produktionsmenge nicht (z.B. Miete)
Variable Kosten:
Sie ändern sich mit der Änderung der Produktionsmenge (z.B. Treibstoff oder Materialverbrauch)
Gesamtkosten:
K=Kf+(KV*X)
Angebotskurve:
Die Gesamtangebotskurve zeigt, wieviele Mengeneinheiten eines Gutes die Unternehmen insgesamt bei unterschiedlichen Preisen dieses Gutes in einer bestimmten Zeiteinheit anzubieten bereit sind. Die normale Angebotskurve hat eine positive Steigung (Gesetz des Angebots): Je höher der Preis, umso höher die geplante Angebotsmenge und umgekehrt. Ändert sich der Preis eines Gutes und bleiben alle andern Determinanten unverändert, so ergibt sich auf der Angebotskurve eine neue Preis-Mengen-Kombination für dieses Gut.
Produzentenrente:
Sie ist die Differenz zwischen den Einnahmen beim geforderten Mindestpreis und den tatsächlichen erzielten Einnahmen (Gewinn der Anbieter)
Konsumentenrente:
Sie ist die Differenz zwischen der ursprünglichen Zahlungsbereitschaft und den niedrigeren tatsächlichen Ausgaben.
ceteris-paribus-Klausel:
»ceteris-paribus« bedeutet so viel wie »unter sonst gleichen Bedingungen«. Das heißt, dass die Wirkungen einer verursachenden Größe unter der Annahme untersucht werden, dass alle andere Einflussfaktoren unverändert (konstant) bleiben.
Gleichgewichtspreis:
Beim Gleichgewichtspreis sind die geplanten Angebots- und Nachfragemengen gleich groß. Zu keinem anderen Preis kann eine höhere Menge umgesetzt werden.
Gleichgewichtsmenge:
Der Schnittpunkt zwischen Nachfage- und Angebotskurve bestimmt den Gleichgewichtspreis und die Gleichgewichtsmenge.
Änderung von Angebot oder Nachfrage: (=Preismechanismus)
Änderungen von Angebot oder Nachfrage (Verschiebung der Kurven) führen zu einem Angebots- oder Nachfrageüberschuss. Dadurch werden Anpassungsprozesse in Form von Preis- und Mengenänderungen (Bewegung auf den Kurven) ausgelöst, die zu einem neuen Gleichgewichtspreis und einer neuen Gleichgewichtsmenge führen.
Markt:
Der Markt ist ein Ort, an dem Angebot und Nachfrage zusammentreffen.
Marktfunktion:
Der Markt hat die Funktion, die Pläne der Anbieter und der Nachfrager durch den Preis zum Ausgleich zu bringen. Der Markt ist der Ort der Preisbildung.
Polypol:
Es ist gekennzeichnet durch viele Anbieter und viele Nachfrager. Der einzelne Marktteilnehmer hat nur einen geringen Anteil am Gesamtangebot, bzw. an der Marktnachfrage.
Oligopol:
Wenige Anbieter und/oder Nachfrager. Der einzelne Oligopolist hat einen großen Anteil am Gesamtangebot bzw. der Gesamtnachfrage auf den Markt.
Monopol:
Nur ein Anbieter und/oder ein Nachfrager. Die Angebots- bzw. Nachfragemenge eines Monopolisten stellt gleichzeitig das Gesamtangebot/die Gesamtnachfrage dar.
Erlös:
Der Erlös ist das Produkt aus dem für eine Einheit eines Gutes erzielten Preis (P) und der abgesetzten Menge (X). Der Gewinn eines Unternehmens ergibt sich aus der Differenz Erlös minus bei der Produktion entstandene Kosten. G=E-K
Grenzerlös:
Der Grenzerlös GE gibt bei einer bestimmten Absatzmenge an, um wieviel der Erlös steigen würde, wenn der Absatz um eine Einheit ausgedeht würde.
Nash-Gleichgewicht:
Im sogenannten Nash-Gleichgewicht gilt nicht der Ausgleich über Angebot und Nachfrage, sondern der Ausgleich von erwarteten und tatsächlichen Entscheidungen.
Unternehmen:
Wirtschaftlich-rechtlich agierende Einheit, die aus mehreren Betrieben bestehen kann.
Betrieb:
Technisch-organisatorische Einheit, in der Leistungen erstellt werden.
Wertschöpfung:
Wertmäßiger Unterschied zwischen den Vorleistungen anderer Wirtschaftseinheiten, die das Unternehmen zur Erzeugung seiner Leistungen einsetzt, und den vom Unternehmen erzeugten und abgesetzten Leistungen.
Organisation:
Das Schaffen dauerhafter Regelungen über Struktur (Aufbauorganisation) und Abläufe (Ablauforganisation) im Unternehmen sowie das Ergebnis dieser Tätigkeit.
Führung:
Zielorientierte Verhaltensbeeinflussung. Man unterscheidet zwischen direkter, interaktiver Führung (durch direkten, persönlichen Kontakt) und indirekter, struktureller Führung (strukturelle Regelungen zu unpersönlichen Steuerungen).
Personalmanagement:
Alle Maßnahmen, die die Bereitstellung und den zielorientierten Einsatz von Personal zum Gegenstand haben (Personalbeschaffung, Personalbeurteilung, Personalentwicklungsmaßnahmen).
 
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