ISO- ohne Brennen direkt booten - Wie man sich das externe Laufwerk spart

Letztes Update: 11.12.2014

Um ISO-Dateien booten zu können, brauchte man lange Zeit zwangsweise einen DVD-Brenner. Besonders Windows-Installationen werden hierdurch unnötig unbequem und langsam. Für Windows 7 und Windows 8 bietet Microsoft zwar ein Tool, um die ISO-Datei auf USB-Stick zu "brennen", doch ich wollte wissen, ob man diesen Schritt nicht einfach umgehen kann, indem man einen Stick oder eine Festplatte in ein virtuelles Laufwerk verwandelt, das direkt mit einem ISO-Datenträgerabbild gefüttert werden kann - oder nach Aufruf des Laufwerks im Bios idealerweise sogar aus mehreren ISOs auswählen kann, damit man als IT-Professional oder nicht jedes mal "brennen" muss, sondern alle Tools wie Windows XP, Live-Linux, Hirens Boot CD, und Offline-Antivirus auf einem einzigen großen 32GB-Stick bereit halten kann. Kurz: Es geht. Ich habe verschiedene Lösungen getestet.

Der ISO-Stick

Mit einer großen Kickstarter-Kampagne wurde vor einiger Zeit der ISOStick bekannt. Der eingebaute Emulator täuscht dem BIOS ein DVD-Laufwerk vor und lässt sich mit Micro-SD-Karten füttern. Einzige Voraussetzung: Der Computer muss mit USB-CD-Laufwerken zurecht kommen. Bei der Geschwindigkeit sind zwar "nur" ca. 12 MB/s möglich, was im Vergleich zu USB 3.0 erbärmlich ist, doch letztlich ist dies immernoch schneller als DVD (ca. 9x), zumal die Zugriffslatenzen wegfallen. Er ist jetzt endlich erhältlich für 99 USD. In Deutschland kann man ihn auch bestellen? Vorsicht: Es muss mittels des Tools isosel noch vor dem Start der gewünschten ISO die "CD gewechselt werden". Auf neueren EFI / UEFI Maschinen funktioniert diese Auswahl-Software aber manchmal nicht. Man muss also erst an einem anderen PC die richtige Datei aktivieren. Die MacOS X Installations-DVD kann wohl auch nicht direkt ausgewählt werden? Ansonsten gibt es mit Intel-Macs eigentlich keine Probleme. Die Konfiguration erfolgt wahlweise auch über das Anlegen einer Datei auf dem Stick. MicroSDHC/MicroSDXC Karten mit über 32/64GB müssen unbedingt auf FAT32 formatiert werden. Images über 4GB müssen aufgrund der FAT32 Limitierung mit dem Programm "ISO Manager" gesplittet werden.

Zalman ZM-VE200 ZM-VE300 ZM-VE400 Out of the Box Lösung

Auch für Einsteiger geeignet - kein Programmieren und keine Frickelei nötig. Die Festplattengehäuse von Zalman sind schon USB3-tauglich (und abwärtskompatibel). Alle ISOs kopiert man in einen bestimmten Ordner "_ISO" auf der Platte. Sie werden dann automatisch erkannt und am LCD Display wählt man die gewünschte ISO als virtuelles DVD-Laufwerk für den kommenden Bootvorgang, steckt das Gehäuse ein und fährt den PC hoch. Einfacher gehts nicht. Das Zalman-Gehäuse ist zuverlässig und bekommt dauernd gute Kritiken. Leider ist es nichts für die, die nur einen Stick mitnehmen wollen. Emuliert sogar Blu-Rays!

Zalman ZM-VE400 2,5" USB3 Gehäuse bei Amazon kaufen, Preis rund 64€

Passende Festplatten:
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So sieht Yumi aus

Yumi Die günstigste Lösung für ein Multiboot-USB-System

Funktioniert ohne Installation und ist sehr bedienerfreundlich. Das Programm extrahiert den Inhalt der ISO ins Stammverzeichnis des Sticks und schreibt einen MBR. Es stehen auf Wunsch verschiene Bootloader zur Auswahl. Der Inhalt des Sticks bleibt erhalten. Das Hinzufügen von weiteren ISOs ist eventuell möglich??? Yumi unterstützt auch sehr viele Tools und Linux-Isos. Auch die aktuelle Windows 10 Installation lässt sich einbinden. Mein Test ist abgebrochen, weil die install.wim zu groß für Fat32 war. Weitere Isos lassen sich nachträglich hinzufügen und entfernen.

Die Sardu-Oberfläche

Sardu

Ein Multiboot USB Programm namens Sardu (http://www.sarducd.it/) ist auch recht beliebt, da es vielseitige Software einbinden kann. "Sardu is the bootable usb utility maker of my choice" Ein einfaches draufkopieren der ISO funktioniert nicht, man muss jedes mal die Software neu anwerfen, denn SARDU funktioniert inkrementell. Man kann später neue Software hinzufügen und alte löschen. Es wird dann das passende Menü erstellt. The menu creation is done by checking the USB support. Nicht für kommerziellen Gebrauch.

WinSetupFromUSB

http://www.winsetupfromusb.com/ Wird gerne genutzt, um ein All-In-One-Multiboot-Laufwerk zu erstellen. Das Einrichten funktioniert aber nur auf Windows. Reichen ISOs? Oder muss man jedesmal neu Flashen? I have used this for windows iso, linux iso and boot usb antivirus to create an ultimate AIO multiboot. And instead of usb drive which you can use I use an external 64gb ssd drive. I have every version of windows, office installers, antivirus boot software, clone software etc. I have tried all of the above recommendation but this is my personal best. http://code.google.com/p/winsetupfromusb/downloads/detail?name=WinSetupFromUSB_1-0-beta9_rc4.7z
Vorsicht: Erst ab WIndows8 funktioniert UEFI zusammen mit NTFS
http://winfuture.de/downloadvorschalt,3167.html

Unetbootin

Unetbootin ist eigentlich eine Software, um Linux-Rettungs-CDs mit Live-Betriebssystem und sonstigen Hilfsprogrammen auf einen USB Stick zu bringen. In aktuellen Versionen fehlt die Möglichkeit zur Erstellung eines Windows-Installations-Sticks!

Kurzer Einschub - Den passenden USB-Stick finden

Der Markt ist sehr groß. Als wasserdichten Mini-Stick empfehle ich den Transcend JetFlash 710S 64GB USB 3.0 (Lesen: 70-80MB/s, Schreiben: 20-40MB/s).
Wer einen flotten Stick will, der kann den SanDisk Extreme 32GB USB 3.0 (Lesen: 200-250MB/s, Schreiben 110-140MB/s) nehmen. Als Low-Cost-Alternative könnte man auch einen Kingston DataTraveler 16GB USB 2.0 Speicherstick verwenden (Lesen: 18MB/s, Schreiben: 8MB/s). Die USB3 Modelle sind aber weitaus zukunftssicherer und bieten mehr Leistung fürs Geld. Übrigens können die allerwenigsten Geräte von SD-Karte booten, diese sind also keine Lösung.

NoviCorp Wintoflash

Ist nur für Windows-Installationen gemacht. Das Programm wurde lange Zeit nicht mehr gepflegt. Es bietet einige Features für fortgeschrittene Benutzer und ist nicht besonders übersichtlich. Vorsicht, es ist Adware enthalten. http://wintoflash.com/home/en

rufus

Rufus ist quasi ein erweitertes Format-Tool mit vielen Optionen. Nur 1 ISO möglich, kein Boot-Menü.

Easy2Boot

Etwas unübersichtliche Homepage. Jeder Stick und jede USB-Platte lässt sich hiermit umfunktionieren. Die Kompatibilität ist auf den allermeisten Systemen gegeben. http://www.easy2boot.com/introduction/ vorher: http://www.rmprepusb.com/tutorials/72---easyboot---a-grubdos-multiboot-drive-that-is-easy-to-maintain Nicht nur Linux-LiveCD oder die Windows Installation lassen sich einlegen, sondern auch andere ISOs und payload Dateien (.ima, .img, etc) könnten funktinoeren - ansonsten muss man die Dateiendung ändern oder spezielle mnu Dateien benutzen (heißt, man kann dutzende verschiedene Images mit seperaten persistenten Dateien nutzen, indem man für jedes ISO die .mnu dateien anlegt). Kurze Anleitung: http://geekimpact.de/tech/mit-easy2boot-jede-iso-vom-stick-booten/ Lange Anleitung: http://www.livesystem-pro.de/showthread.php?784-Easy2Boot-1-2-Erstellen-eines-Multiboot-USB-Stiftes http://www.livesystem-pro.de/showthread.php?785-Easy2Boot-2-2-Erstellen-eines-Multiboot-USB-Stiftes

XBOOT Multiboot ISO USB Creator (Windows)

Funktioniert angeblich nicht mit Windows Installationsdateien oder WinPE sites.google.com/site/shamurxboot Seit 2011 keine Updates mehr.

LiLI USB creator

? Funktioniert nur mit speziellen Linux ISOs?

Alles zu wild? Der Klassiker: Externer USB3 BluRay/DVD/CD Brenner

Ich habe mir als Reserve für alle aktuellen und künftigen PCs/Notebooks inzwischen ein externes DVD-Laufwerk zugelegt. Z.B. zum MP3s rippen von alten CDs, zum Backupen auf Blu-Ray, ... Der Firstcom Universal-Brenner im USB 3.0 Slim Gehäuse (rund 68€ inkl. Versand) läuft bei mir problemlos. Es steckt ein Matsushita Laufwerk drin. Über USB3 gibt es genügend Strom und Geschwindigkeit. Es wird aber auch problemlos an älteren PCs erkannt. Booten ist kein Problem. Ideal, wenn man flexibel bleiben will. Kompakt genug auch für untewegs.